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"Gemäß dem Fleisch / Geist geboren"

Galater 4:21-23 (FB4)  Saget mir, die ihr unter Gesetz sein wollt, höret ihr das Gesetz nicht? Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien; aber der von der Magd war nach dem Fleische geboren, der aber von der Freien durch die Verheissung...

 

Im Zusammenhang mit dem letzten Blogeintrag wollen wir hier die Aussage “gemäß dem Fleisch geboren” betrachten. Dazu schauen wir abermals auf die Frage des Paulus im Römerbrief zurück.

 

Römer 3:31 (FB4) Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir bestätigen das Gesetz.

4:1-3   Was wollen wir denn sagen, dass Abraham, unser Vater, nach dem Fleische gefunden habe? Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott. Denn was sagt die Schrift? "Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet."

 

Ok… versuchen wir die Gedanken des Paulus zu erschließen. Im Römerbrief fragt er uns wie es sich mit dem Gesetz verhält. Heben wir das Gesetz auf?  "Das sei ferne!" Bei seiner Erklärung warum das nicht der Fall ist, stellt er die nächste Frage.

 

Römerbrief 4,1 Was wollen wir denn sagen, dass Abraham, unser Vater, nach dem Fleische gefunden habe?

 

Im folgenden die Erklärung:

 

Römer 4,2 Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott. Denn was sagt die Schrift? "Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet."

 

Um seine Gedanken zu erfassen müssen wir etwas näher in die Abrahamsgeschichte des 1.Buch Mose schauen. Zudem müssen wir die Allegorien des Paulus berücksichtigen!!!

Worum ging es bei Abraham als ihn “der Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wurde

Abraham war alt und hatte eine unfruchtbare Frau. Doch Gott hatte ihm einen Samen (Nachkommen) versprochen. Aus menschlicher Sicht war dies ein unmögliches Unterfangen.

 

Dennoch sprach Gott zu Abraham:

 

Genesis 15:3-6 (FB4)  Und Abram sprach: Siehe, mir hast du keinen Samen gegeben, und siehe, der Sohn meines Hauses  wird mich beerben. Und siehe, das Wort Jahwes geschah zu ihm also: Nicht dieser wird dich beerben, sondern der aus deinem Leibe hervorgehen wird, der wird dich beerben. Und er führte ihn hinaus und sprach: Blicke doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: Also wird dein Same sein! Und er glaubte Jahwe; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.

 

Abraham glaubte Gott, trotz seiner Umstände, dass sein Same so zahlreichen wie die Sterne am Himmel sein werde.

Und das Abraham dies glaubte, wurde ihm “zur Gerechtigkeit gerechnet.

 

Was bedeutet diese Aussage?

 

Fangen wir erstmal damit an, was die Aussage nicht bedeutet. Sie bedeutet nicht, dass Abraham sofort gerecht war weil er Gott glaubte! Der Glaube von dem hier die Rede ist, ist ein fortwährender Glaube. 

 

Römerbrief 4,1 Was wollen wir denn sagen, dass Abraham, unser Vater, nach dem Fleische gefunden habe?

 

Abraham hat die Verheißung einen Sohn zu bekommen geglaubt, und fortwährend geglaubt. Der Glaube war das Instrument zum Ziel. Er war der Weg zum Samen. Allerdings wollte der Stammvater aus Unwissenheit eine Abkürzung nehmen, daher versuchte man die Verheißung selber in die Hand zu nehmen:

 

1.Mose 16,1 Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm keine Kinder; aber sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und Sarai sprach zu Abram: Sieh doch, der Herr hat mich verschlossen, daß ich keine Kinder gebären kann. Geh doch ein zu meiner Magd; vielleicht werde ich durch sie Nachkommen empfangen! Und Abram hörte auf die Stimme Sarais….4 Und er ging ein zu Hagar, und sie wurde schwanger.

 

Hagar gebar Ismael. Ismael wurde später verworfen, weil er nicht der erwählte Erbe Gottes war. Was die Protagonisten in dieser Geschichte zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, war, dass Gott durch Sarai dem Abraham einen Samen schenken will. Diese Aussicht war zu unwahrscheinlich und kam ihnen wahrscheinlich nicht einmal in den Sinn.

 

1. Mose 17,15 Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein;16 denn ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen, und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen!

17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte einem Hundertjährigen ein Kind geboren werden, und Sarah, die Neunzigjährige, sollte gebären? 18 Und Abraham sprach zu Gott: Ach, daß Ismael vor dir leben möchte! 19 Da sprach Gott: Nein, sondern Sarah, deine Frau, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen; denn ich will mit ihm einen Bund aufrichten als einen ewigen Bund für seinen Samen nach ihm.

 

Setzen wir das gesamte Puzzle vereinfacht zusammen:

Abraham soll einen Samen bekommen, und dieses Versprechen Gottes glaubte er. Das Haus um dem Stammvater weiß jedoch nicht wie Gott dieses Versprechen umsetzen möchte. Daher versuchten sie es selbst in die Hand zu nehmen und Abraham zeugte mit der Magd Hagar einen Sohn. Dieser menschliche Versuch eine Verheißung Gottes zu erfüllen ist “fleischlich”. Und Gott hat dieses Werk verworfen!

 

Dieser Versuch war fleischlich und führte zu  einer "fleischlichen Geburt".

 

 Galater 4,23 Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren...  (vgl. Röm 4,1)

 

Gott hat dem Menschen Abraham das Versprechen gegeben einen Samen zu bekommen. Abraham glaubte dieses Versprechen, und weil er an daran festhielt, kam Gott zu einer bestimmten Zeit um sein Versprechen an ihm zu erfüllen. So wurde der Sohn Isaak geboren.

 

Dies war eine “geistliche Geburt”.

 

 Galater 4,23 Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung. (vgl. Röm 4,20-22)

 

-> fleischliche Geburt = Das Ergebnis von Menschen die versuchen die Verheißung Gottes zu erfüllen (Ismael)

 

-> geistliche Geburt =  Das Ergebnis wenn Gott kommt und sein Versprechen erfüllt (Isaak)

 

Doch was hat das alles mit dem Gesetz zu tun? Was will Paulus uns damit sagen?

 

Gesetz und Gerechtigkeit: So wie Abraham durch das Fleisch den verheißenen Samen nicht "gefunden" hat. So wird der Mensch die Gerechtigkeit Gottes durch die Werke des Gesetzes nicht finden. Der Versuch durch das Gesetz die Gerechtigkeit zu finden ist "fleischlich". (vgl. Röm 3,19-20)

      

Glaube und Gerechtigkeit:

So wie Abraham durch den Glauben an die Verheißung Gottes seinen Samen bekommen hat. So wird der Mensch durch den Glauben an das Evangelium die Gerechtigkeit Gottes finden. Durch den Glauben die Gerechtigkeit empfangen ist "geistlich" (vgl. Gal 5,5)

      

Der "neue Weg" des Neuen Testament ist ein geistiger Weg. Dieser wird in den alten Geschichten ("im Gesetz") beschrieben. Deshalb fragt Paulus diejenigen welche sich für den fleischlichen Weg entscheiden und durchs Gesetz die Gerechtigkeit suchen. "Hört ihr das Gesetz nicht?"

 

Römer 4,18 Er hat da, wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung hin geglaubt, dass er ein Vater vieler Völker werde, gemäß der Zusage: »So soll dein Same sein!« 19 Und er wurde nicht schwach im Glauben und zog nicht seinen Leib in Betracht, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war; auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara. 20 Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab 21 und völlig überzeugt war, daß Er das, was Er verheißen hat, auch zu tun vermag. 22 Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.

23 Es steht aber nicht allein um seinetwillen geschrieben, dass es ihm angerechnet worden ist, 24 sondern auch um unsertwillen, denen es angerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat, 25 ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.

 

 

 

Matthäus 5,17 

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen.

 Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!

 

 

(vgl. Römer 8,3-4)

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