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Das Feigenblatt

Der gläubige Mensch befindet sich täglich auf dem Schlachtfeld gegen die Sünde. "Religion" ist der zugehörige Schurz aus Feigenblättern um die nackte Unvollkommenheit zu verbergen. Wenn ich diese und jene Regel beachte, dann, ja dann habe ich Gottes Gunst auf meiner Seite. Ein Christ würde das niemals so formulieren, denn er lebt ja aus “Gnade”. Zumindest sagt das sein Mund, doch sein Handeln und Denken stimmt nicht mit dem postulierten Glaubensbekenntnis überein. Dafür gibt es einen sehr guten Gradmesser, an welchen man sich selbst prüfen kann. Richten und Anklagen, oder in der Feigenblatt Religion “Ermahnen” genannt.

 

In der Regel sieht das so aus, das ich mir mein eigenes Gesetz nach und nach zusammenstelle. Dies besteht meist aus Geboten die in der Bibel stehen. Und je mehr ich Bibel lese, desto mehr finde ich von solchen Aussagen, welche von mir dieses oder jenes erwarten. Also wächst mein Gesetz und somit mein innerer Druck den Willen Gottes umzusetzen. An diesem (selbstgestalteten) Gesetz messe ich nun meine Beziehung zu Gott. Wenn ich gut bin, dann habe ich viel Freimut und Freude an Gott. Solange bis ich irgendwann einmal scheitere und mein Gewissen mich beginnt zu verurteilen. Ich klage mich selbst an und beginn zu glauben, dass Gott nun zornig auf mich ist. Ich bete um Vergebung und kämpfe mich aus meinem Tief heraus.

 

Wenn es dann wieder besser läuft, bedeutet das nicht automatisch, dass das Anklagen ein Ende gefunden hat. Nein, nun klage ich nicht mehr mich an, sondern meine Mitmenschen. Überall sehe ich Abfall und wie es immer weniger “wahre gläubige” Christen gibt. Gibt es denn keinen unter den 200 000 Denominationen mehr, der die Bibel richtig auslegen kann und eine wahre Lehre besitzt? So wie ich und mein engerer Kreis um mich herum? Wahrlich, wir sind in der Endzeit und es gibt nur noch wenige von den Meinen.

 

Kommt ihnen das bekannt vor? Ja? Dann leben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Selbstgerechtigkeit und versuchen durch ihr eigenes Gesetz zur Erlösung zu finden. Ihr Gesetz macht sie zum Richter über sich selbst und über jeden Anderen welchen sie durch diese Brille beobachten. Das Denken, das ihr Gesetz die wahre Auslegung der Bibel ist und alle Anderen “blind” sind, macht sie selbst blind. Es macht sie blind dafür zu Erkennen das dieses eigene Gesetz ihr persönliches Feigenblatt ist um ihre Nacktheit zu verdecken, weil ihnen das leuchtende Kleid der Gerechtigkeit fehlt und sie Angst vor Gott haben.

 

Doch das Feigenblatt ist unvollkommen, es kann nicht alles Fleisch verdecken. Böse Gedanken, sündige Gedanken, verurteilende Gedanken. Ein endloser Kreislauf von Sünde der trotz aller Bemühungen nicht enden will, zeigt wie verdorben das menschliche Wesen ist. Kein Feigenblatt getarnt als Gesetz, Religion oder wie auch immer es daher zu kommen vermag, wird die eigene Sünde jemals aus dem Leben nehmen. Es verdeckt sie höchsten, doch nicht vor Gott sondern vor anderen Menschen, oder was noch viel viel schlimmer wiegt, vor mir selbst. Um mich dann "bekleidet" mit des Kaisers Kleidern und erhobenen Zeigefinger auf die Nacktheit anderer Menschen zeigen zu lassen!

 

Lass dir deine Augen für deine Sünden öffnen, und du wirst verstehen warum du Gnade brauchst.

 

1.Mose 3,7 Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze. 8 Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. 9 Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du? 10 Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen!

 

Auch dein Feigenblatt hat mit Angst vor Gott zu tun, und dein Fleisch redet dir ein du wärst bekleidet!

 

Johannes 8,34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde.

 

Zeigst du mit dem Finger auf Andere, obwohl du selber “manchmal” sündigst?

 

1. Johannes 3,8 Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

 

Johannes 8,7 Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!

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Kommentare: 2
  • #1

    Almut Betz (Dienstag, 20 Februar 2018 23:09)

    Hallo Ronny,
    Danke für diese Feigenblatt-Erläuterung!
    Finde sie sehr aufschlussreich und sie deckt sich
    mit meinen Gedanken.
    LG

  • #2

    st. Jung (Dienstag, 13 August 2019 22:39)

    Ein sehr guter bedanke, habe einiges drauss gelernt.